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Mittwoch, 26. Februar 2014

Literaturtipp zum Erzähle-ein-Märchen-Tag

(sl). Heute ist der Erzähle-ein-Märchen-Tag. Und damit Sie genau das heute machen können – denn die Welt wäre ohne Märchen um einiges ärmer – empfehlen wir Ihnen dieses Buch: „Das Hausbuch der Märchen“.


Das Hausbuch der Märchen
Ein Prachtband für die ganze Familie und alle Generationen

Es war einmal eine Zeit, in der Eltern ihren Kindern aus einem alten, großen Märchenbuch Abend für Abend eine Geschichte vorlasen. Meistens waren auch Bilder zu sehen, die die Geschichten untermalten. Für die Menschen, die die alten Traditionen des Märchenerzählens wieder aufleben lassen wollen, aber kein schönes Märchenbuch ihr Eigen nennen dürfen, gibt es „Das Hausbuch der Märchen“. Hier findet man all die spannenden Märchen, die man als Kind geliebt hat, an die man sich aber kaum noch oder nur bruchstückhaft erinnert.

Das Buch umfasst sowohl die schönsten Grimmschen Volksmärchen, als auch bekannte Kunstmärchen von Gianfresco Straparola, Charles Perrault, Philipp Otto Runge, Johann Heinrich Jung-Stilling, Wilhelm Hauff und Hans Christian Andersen. Neben „Rumpelstilzchen“ ist hier auch „Jorinde und Joringel“ und „Die Geschichte vom Kalif Storch“ zu finden – eine nahezu vollständige Auswahl der schönsten Märchen also, die Edmund Jacoby zusammengestellt hat. Besonderheit des Buches ist dabei, dass die Texte der Märchen nicht bearbeitet, nicht „kindgerecht“ gekürzt oder dem heutigen Sprachgebrauch angepasst wurden. Und das ist wirklich gut so, denn schließlich macht es einen Großteil der Magie der Märchen aus, dass auch ihre Sprache einen besonderen Klang hat und manche Begriffe sich wie Zauberworte anhören, wie Edmund Jacoby im Vorwort sehr treffend bemerkt.

Das Buch für Kinder ab fünf Jahren ist, wie es sich für ein ordentliches Märchenhausbuch gehört, mit kleinen und großen Bildern von Renate Seelig in sanften Farben illustriert, die weit davon entfernt sind, kitschig zu sein, aber immer noch so naiv und anschaulich sind, wie Märchenbuchillustrationen sein müssen.

„Das Hausbuch der Märchen“ ist ein gelungenes Buch zum Vorlesen, Selberlesen und zum Verschenken. Und dabei ist die Aufmachung des gesamten Werkes so schön, dass es auch noch der nächsten Generation weiter vererbt werden kann. Jeder, der keine schöne Hausmärchensammlung besitzt, sollte sich diesen Prachtband unbedingt anschaffen!


Edmund Jacoby (Hrsg.)
Das Hausbuch der Märchen
Mit Illustrationen von Renate Seelig
Gerstenberg Verlag, Hildesheim
ISBN 978-3-8369-5417-4
1. Auflage 2011, 256 Seiten, durchgehend farbig illustriert, Halbleinen gebunden mit Lesebändchen, Format 22 x 27 cm.
Preis: € 29,95 (D) / € 30,80 (A) / sFr 40,10



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Samstag, 18. Januar 2014

Literaturtipp zum 100. Geburtstag von Arno Schmidt

(sl). Heute wäre der in Hamburg geborene Schriftsteller Arno Schmidt 100 Jahre alt geworden. Seit dem Erscheinen seiner Erzählung „Leviathan“ im Jahr 1949 zählt Arno Schmidt zu den bedeutendsten Schriftstellern der deutschen Nachkriegsliteratur.

Zu diesem Anlass empfehlen wir „Das große Lesebuch“ mit Texten von Arno Schmidt, das Bernd Rauschenbach herausgegeben hat: In der Auseinandersetzung mit der europäischen und amerikanischen Avantgarde hat Arno Schmidt eigene, äußerst originelle und vielfältige Formen des Erzählens entwickelt. „Das große Lesebuch“ versammelt eine Reihe von kürzeren Texten Arno Schmidts, die das Werk in seiner gesamten Vielfalt darstellt und den Erzähler ebenso präsentiert wie den Essayisten, den Sprachvirtuosen ebenso wie den scharfen Analytiker. Die Mischung von bekannten und unbekannten Texten lädt dazu ein, dieses gewaltige Werk neu zu entdecken. Bernd Rauschenbach, leitender Vorstand der Arno-Schmidt-Stiftung, hat die Texte für das Lesebuch zusammengestellt und mit einem biographischen Nachwort ergänzt.


Bernd Rauschenbach (Hrsg.)
Arno Schmidt
Das große Lesebuch
Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main
ISBN 978-3-596-90555-3
1. Auflage 2013, 448 Seiten, Taschenbuch, Format 19 x 12,6 cm.
Preis: € 9,99 (D) / € 10,30 (A) / sFr 14,90



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Dienstag, 7. Januar 2014

Literaturtipp zum Tod von Irina Korschunow

(sl). Heute gibt der Deutsche Taschenbuch Verlag in München bekannt, dass Irina Korschunow am 31. Dezember 2013, an ihrem 88. Geburtstag, in München gestorben ist. Sie wurde 1967 zunächst als Kinderbuchautorin durch ihre „Wawuschel“-Bände bekannt. Zu den zahlreichen weiteren Kinder- und Jugendbüchern gehören Titel wie „Hanno malt sich einen Drachen“ (1978), „Die Sache mit Christoph“ (1978) sowie der Kinderbuch-Klassiker „Der Findefuchs“ (1982). Das von Reinhard Michl illustrierte Erstlesebuch wurde von Generationen von Kindern gelesen und hat sich als beliebter Schultitel etabliert. Die Kinder- und Jugendbücher von Irina Korschunow sind bei „dtv junior“ erschienen und haben eine Gesamtauflage von 4,5 Millionen Exemplaren erreicht.
Seit den 1950er Jahren war Irina Korschunow als Journalistin, Kolumnistin und Autorin von Drehbüchern und Kinderbüchern erfolgreich. Nach 28 vielfach preisgekrönten Kinder- und Jugendbüchern veröffentlichte sie 1983 ihren ersten Roman „Glück hat seinen Preis“. Weitere erfolgreiche Romane wie „Der Eulenruf“ (1985), „Das Spiegelbild“ (1992), „Ebbe und Flut“ (1995), „Von Juni zu Juni“ (1999), „Das Luftkind“ (2002) und zuletzt „Langsamer Abschied“ (2009) erschienen im Hamburger Verlag „Hoffmann und Campe“. Ihre Bücher wurden in 15 Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie den „Tukan-Preis“ der Stadt München und 2004 den „Hertha-Koenig-Preis“.

Irina Korschunows bekanntestes und beliebtestes Kinderbuch ist und bleibt jedoch „Die Wawuschels“. Wie gut, dass es inzwischen einen Sammelband für Kinder ab sechs Jahre gibt: „Das große Wawuschel-Buch“. Wer wohnt in einem Berg, ist winzig klein und hat leuchtend grüne Haare? Die Wawuschelfamilie natürlich! Und weshalb wollen die Wawuschelkinder ihrer Mutter unbedingt einen neuen Herd herbeizaubern? Na, damit sie ihnen die heiß geliebte Marmelade kochen kann! Dass Wischel und Wuschel beim „Zaubern“ an einen kleinen Drachen geraten, war allerdings nicht vorgesehen... Alle Abenteuer der Wawuschels sind hier in einem Band zusammengefasst.


Irina Korschunow
Das große Wawuschel-Buch
Mit Illustrationen von Erich Hölle
Deutscher Taschenbuch Verlag, München
ISBN 978-3-423-71325-2
3. Auflage 2012, 224 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen, Taschenbuch.
Preis: € 11,95 (D) / € 12,30 (A) / sFr 18,50



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Dienstag, 19. November 2013

Rezension zu „Alte hessische Weihnachtsgeschichten“ von Heinz-Lothar Worm (Hrsg.)

Alte hessische Weihnachtsgeschichten
Elf Weihnachtsgeschichten aus vergangenen Tagen

(tos). „Ostern ist traurig, wenn du dich ihm versagst, Pfingsten wundert sich, wenn es dich nicht zu Gesicht bekommt. Aber Weihnachten sieht nicht so gelassen zu, es eilt dir nach, es holt dich ein.“ So umschreibt Hermann Oeser die besondere Atmosphäre in der Weihnachtszeit. Er ist einer von sieben Schriftstellern, die Herausgeber Heinz-Lothar Worm in seinem Buch „Alte hessische Weihnachtsgeschichten“ versammelt hat.

Es ist eine längst vergangene Zeit, in die der Leser in den elf Geschichten eintauchen kann. Eine Zeit, in der es Schulräte gab, man Eichenlohe verkauft hat, und in der die Witwe noch Witfrau hieß. Eine Zeit, in der das Weihnachtsfest noch nicht vom Konsum beherrscht wurde. So sind es Zufälle und Begegnungen der besonderen Art, auch über die gesellschaftlichen Schichten hinweg, die in den elf hessischen Geschichten zur Sprache kommen. Angst vor der Sprache muss man nicht haben: Die Geschichten sind zwar aus Hessen, aber keineswegs im hessischen Dialekt geschrieben.

„Das Christkind gibt den Menschen Unterricht in dem, was sie am schwersten lernen, die Liebe“ – so fasst Hermann Oeser seine Weihnachtsgeschichte „Weihnachten holt dich ein“ zusammen. Und dies könnte auch die Überschrift aller abgedruckten Weihnachtsgeschichten sein: Egal, ob es das unerwartete Enkelkind ist, das plötzlich auftaucht, oder der adlige Graf, der mithilfe eines kleinen Mädchens das Christkind wiederfindet. Weihnachten holt auch den Künstler wieder ein, der Angst hatte, dass er seine Bilder zu teuer verkauft habe, oder auch beim späten Geständnis einer Brandstiftung.

Für unsere Augen und Ohren sind solche Geschichten oft kitschig oder zu holzhammerhaft religiös. Dies trifft sicherlich auch auf einige der abgedruckten Texte zu, haben sie doch oft den Charakter von Kalendergeschichten, deren Ende allzu offensichtlich ist. Was fehlt ist auch ein Vorwort, in dem die Auswahl begründet wird. Nichtsdestotrotz sind aber doch einige Perlen in dem Band „Alte hessische Weihnachtsgeschichten“ vorhanden und nicht zuletzt sind es die einfachen Menschen, die hier ihre Weihnachtsfreude teilen. Auch das ist lesenswert.

© Thomas Sülzle von Literaturtipp.com


Heinz-Lothar Worm (Hrsg.)
Alte hessische Weihnachtsgeschichten
Brunnen Verlag, Gießen
ISBN 978-3-7655-4076-9
3. Auflage, 160 Seiten, Taschenbuch, Format 12 x 18,6 cm.
Preis: € 8,95 (D) / € 9,20 (A) / sFr 13,50




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Dienstag, 12. November 2013

Rezension zu „Weihnachten mit Astrid Lindgren“ von Anne-Kristin zur Brügge (Hrsg.)

Weihnachten mit Astrid Lindgren
Die schönsten Geschichten von Pippi Langstrumpf, Michel, Madita, den Kindern aus Bullerbü u. a.

(sl). „In meiner Erinnerung ist meine Kindheit ein Zustand (…) Der Winterduft kam mit dem Schnee und wenn Mama den Backofen für die Weihnachtsbäckerei sauber fegte.“ Dies sagte Astrid Lindgren 1967 in einem Interview mit dem „Svenska Dagbladet“. Für Astrid Lindgren war die Winter- und Weihnachtszeit zeitlebens immer eine ganz besondere Zeit. So ist es auch kein Wunder, dass nahezu jede ihrer Kinderbuchfiguren auf die eine oder andere Art Weihnachten feiert oder unbeschwert im Schnee Abenteuer erleben darf. Herausgeberin Anne-Kristin zur Brügge hat nun in „Weihnachten mit Astrid Lindgren“ die schönsten Geschichten von Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga, Madita und Lotta sowie den Kindern aus Bullerbü in einem wunderschön gestalteten Band zusammengestellt. Hinzu kommen die Weihnachtsklassiker „Pelle zieht aus“, „Weihnachten im Stall“ und „Tomte Tummetott“.

Die Herausgeberin hat die 14 versammelten Geschichten in vier Kategorien eingeteilt: „Weihnachts-Großreinemachen und Slalomfahren“, „Schneegestöber und Wichtelträume“, „Tannenbaum-Tänze und Pfefferkuchenduft“ sowie „Festschmaus und Weihnachtsüberraschungen“. Die meisten Texte sind mit ihren jeweiligen Originalillustrationen von Ilon Wikland, Harald Wiberg oder Björn Berg versehenen, einige jedoch auch schon mit den Bildern neuerer Illustratoren wie Katrin Engelking, Lars Klinting, Rolf Rettich und Jutta Timm, die anlässlich von Neuauflagen der Titel entstanden sind.

Die Geschichten für Kinder ab sechs Jahren sind alle bekannt, einige sind zuvor als einzelnes Bilderbuch erschienen oder bereits in anderen Erzählbänden veröffentlicht worden. Die letzte große Sammlung mit Astrid Lindgrens Weihnachtsgeschichten erschien 1985 unter dem Titel „Pelle zieht aus und andere Weihnachtsgeschichten“. Wer dieses Buch noch besitzt, findet zwar zehn der Geschichten in dem neuen Band „Weihnachten mit Astrid Lindgren“ wieder, jedoch besticht die Neuerscheinung „Weihnachten mit Astrid Lindgren“ vor allem durch seine liebevolle und hochwertige Ausstattung und das große Format des Buches. Und immerhin sind ja vier Geschichten dabei, die es in dem alten Weihnachtsgeschichtensammelband nicht gab: „Wie gut, dass es Weihnachtsferien gibt, sagte Madita“, „Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten“, „Weihnachten in Bullerbü“ sowie „Nur nicht knausern, sagte Michel aus Lönnberga“.

„Weihnachten mit Astrid Lindgren“ ist ein Schatz von einem Buch und gehört nun wirklich in jedes Bücherregal!

© Steffani Lehmann von Literaturtipp.com


Anne-Kristin zur Brügge (Hrsg.)
Weihnachten mit Astrid Lindgren
Die schönsten Geschichten von Pippi Langstrumpf, Michel, Madita, den Kindern aus Bullerbü u. a.
Mit Illustrationen von Björn Berg, Katrin Engelking, Lars Klinting, Rolf Rettich, Jutta Timm, Harald Wiberg und Ilon Wikland
Aus dem Schwedischen von Anna-Liese Kornitzky, Silke von Hacht, Senta Kapoun, Angelika Kutsch und Karl Kurt Peters
Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg
ISBN 978-3-7891-4184-3
1. Auflage 2013, 256 Seiten, mit zahlreichen farbigen Illustrationen, Halbleinen gebunden mit Lesebändchen, Format 21,5 x 27 cm.
Preis: € 22,95 (D) / € 23,60 (A) / sFr k. A.




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