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Donnerstag, 20. März 2014

Literaturtipp zum Kinostart von „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Eine urkomische Flucht, eine irrwitzige Geschichte

(sl). Heute startet in den deutschen Kinos eine weitere Literaturverfilmung: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Der schwedische Roman erlebte einen sensationellen Erfolg und wurde nun unter der Regie von Felix Herngren, ebenfalls Schwede, verfilmt.

Allan Karlsson hat Geburtstag. Er wird 100 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern. Doch während sich der Bürgermeister und die lokale Presse auf das große Spektakel vorbereiten, hat der Hundertjährige ganz andere Pläne: Er verschwindet einfach – und schon bald steht ganz Schweden wegen seiner Flucht auf dem Kopf. Doch mit solchen Dingen hat Allan seine Erfahrung, er hat schließlich in jungen Jahren die ganze Welt durcheinander gebracht.

Jonas Jonasson erzählt in seinem Bestseller „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von einer urkomischen Flucht und zugleich die irrwitzige Lebensgeschichte eines eigensinnigen Mannes, der sich zwar nicht für Politik interessiert, aber trotzdem irgendwie immer in die großen historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts verwickelt war.


Jonas Jonasson
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn
btb Verlag, München
ISBN 978-3-442-74492-3
1. Auflage 2013, 432 Seiten, Taschenbuch, Format 11,8 x 18,7 cm.
Preis: € 9,99 (D) / € 10,30 (A) / sFr 14,90



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Donnerstag, 13. März 2014

Literaturtipp zum Kinostart von „Die Bücherdiebin“

(sl). Heute startet in den deutschen Kinos wieder eine Literaturverfilmung: „Die Bücherdiebin“. Den Roman, auf dem der Film basiert, haben wir schon bei seiner Erscheinung im Jahr 2008 unseren Lesern vorgestellt. Wer das vielschichtige Buch jedoch immer noch nicht gelesen hat, dem empfehlen wir es erneut ausdrücklich.


Die Bücherdiebin
Von der Macht der Worte, die zerstören oder Leben retten

(mag). Der Tod sammelt die Seelen der Verstorbenen ein und trägt sie fort. Im Zweiten Weltkrieg in Deutschland hat er mehr zu tun als ihm lieb ist. Als der Tod den kleinen Werner Meminger zu sich holt, trifft er dessen neunjährige Schwester Liesel zum ersten Mal. Das Mädchen fasziniert ihn, er beobachtet sie und wird so zum Erzähler ihrer turbulenten Geschichte.

Der Roman „Die Bücherdiebin“ des australischen Jugendbuchautors Markus Zusak beginnt 1939, mit der Beerdigung von Liesels kleinem Bruder, bei der das Mädchen ein Buch stiehlt. Liesels Mutter bringt sie zu Pflegeeltern in den kleinen bayrischen Ort Molching, wo das Kind den Zweiten Weltkrieg erlebt. Rosa und Hans Hubermann sind einfache, arme Leute, die einen rauen Umgangston pflegen. Mit Hilfe ihres Pflegevaters und dem Nachbarsjungen Rudi lebt sich Liesel in ihrer Umgebung ein. Nach einem Alptraum entdeckt Hans Hubermann das gestohlene Buch und unterrichtet Liesel im Lesen. Bücher werden für Liesel zum Zufluchtsort und wertvollsten Besitz. Im Laufe der Geschichte stiehlt sie noch weitere Bücher oder bekommt sie geschenkt. Ein Buch kann sie aus der schwelenden Asche einer Bücherverbrennung retten. Als die Hubermanns den Juden Max Vandenburg in ihrem Keller verstecken, wird das schwierige Leben der kleinen Familie auch gefährlich.

Markus Zusak erzählt in seinem vielschichtigen Roman „Die Bücherdiebin“ von Liesels Liebe zu Büchern, zu ihrem Pflegevater und zu Rudi. Der Leser erfährt die Lebensgeschichte der jüdischen Familie Vandenburg und vom Leben in einer Kleinstadt im Dritten Reich. Markus Zusak berichtet eindrucksvoll von der Macht der Worte, die zerstören, Leben retten oder zur Zuflucht werden können.

Der Autor nennt „Die Bücherdiebin“ sein bisher persönlichstes Buch. Seine Eltern haben den Zweiten Weltkrieg in Süddeutschland erlebt und ihm und seinen Geschwistern von den Bombennächten und dem Leben im Dritten Reich erzählt. „Die Bücherdiebin“ ist nicht die Geschichte seiner Eltern, aber der Roman enthält Begebenheiten und Episoden, die seine Eltern so erlebt haben. Besonders schockiert hat Markus Zusak, dass Kinder, die versuchten Gefangenen auf Transporten Brot zuzustecken, von den SS-Männern ebenso verprügelt wurden wie die Gefangenen selbst. Diese Episode wird zum Anlass für seinen Roman.

„Die Bücherdiebin“ ist als Jugendbuch für Heranwachsende ab zwölf Jahren geeignet, da Markus Zusak einerseits als junger Australier den nötigen Abstand zu den Ereignissen hat und kaum Kenntnisse über das Dritte Reich voraussetzt. Auf der anderen Seite hat er durch die Erzählungen seiner Eltern und durch eigene Recherchen ein Gefühl für die Stimmung in Deutschland in dieser Zeit entwickelt. „Die Bücherdiebin“ wurde von Alexandra Ernst aus dem Englischen übersetzt, dabei gelingt es ihr sehr gut, den lakonischen und stellenweise sehr witzigen Ton des Originals zu übertragen.

Der Roman erzählt die Geschichte aus der Perspektive eines heranwachsenden Mädchens ohne ins Naive abzugleiten und gibt den bedrückenden Ereignissen viel Raum für ausgesprochen humorvolle Situationen. Markus Zusaks Figuren sind teilweise sehr idealisiert, so ist die Person des fürsorglichen Hans Hubermann zu perfekt, fast kitschig, die bösen Nazis sind geradezu stereotyp und die sprechenden Namen der Menschen und Straßen recht platt. Diese Schwäche des Romans wird jedoch hervorragend durch den Tod als Erzähler der Geschichte ausgeglichen. Der sarkastische Ton des Seelensammlers unterstreicht die Absurdität der Ereignisse und gewährt eine neue Perspektive auf die Geschichte. „Die Bücherdiebin“ ist in einer sehr schönen, teilweise poetischen Sprache geschrieben. Erwachsene Leser werden nicht das Gefühl haben, einen Jugendroman zu lesen. Jede Generation wird das Buch auf ihre Weise lesen und unabhängig vom Alter tief berührt sein.

Das Buch erscheint in zwei verschiedenen Ausgaben, als Jugendbuch und als Ausgabe für Erwachsene. Beide Bücher sind im Inhalt vollkommen identisch, sie unterscheiden sich nur in der Gestaltung des Einbandes. Leider sind die Gestalter des Erwachsenenumschlages nicht sehr sorgfältig gewesen: Der Tod in dem Buch „Die Bücherdiebin“ stellt klar, dass er keinen Totenschädel hat und nur selten einen Mantel mit Kapuze trägt. „Wollt Ihr wissen, wie ich wirklich aussehe? Ich sage es euch. Schaut in einen Spiegel.“ Somit ist ein Gerippe im Kapuzenmantel auf dem Einband des Buches keine gute Wahl.

„Die Bücherdiebin“ ist eine fiktive Geschichte aus einer dunklen Zeit, in der sehr viel Wahrheit zu finden ist!

© Maren Gierth von Literaturtipp.com


Markus Zusak
Die Bücherdiebin
Das Buch zum Film
Aus dem Englischen von Alexandra Ernst
cbj im Random House Verlag, München
ISBN 978-3-570-15802-9
1. Auflage 2014, 592 Seiten, mit farbigen Filmfotos, Klappenbroschur, Format 13,5 x 21,5 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 9,99 (D) / € 10,30 (A) / sFr 14,90



Markus Zusak
Die Bücherdiebin
Aus dem Englischen von Alexandra Ernst
cbj im Random House Verlag, München
ISBN 978-3-570-13274-6
Deutsche Erstausgabe, 1. Auflage 2008, 588 Seiten, Hardcover gebunden, Format 15 x 22,7 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 19,95 (D) / € 20,60 (A) / sFr 28,50




Markus Zusak
Die Bücherdiebin
Aus dem Englischen von Alexandra Ernst
Blanvalet Verlag, München
ISBN 978-3-442-37395-6
1. Auflage 2009, 608 Seiten, mit 30 s/w-Abbildungen, Klappenborschur, Format 12,5 x 18,3 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 9,95 (D) / € 10,30 (A) / sFr 14,90



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Mittwoch, 19. Februar 2014

Literaturtipp zum Kinostart von „Monuments Men“

Monuments Men
Die Jagd nach Hitlers Raubkunst

(sl). Morgen startet der beachtenswerte Kinofilm „Monuments Men“ mit Cate Blanchett, Matt Damon, Bill Murray und John Goodman in den Kinos. Der Film, bei dem George Clooney nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch Regie führt, beleuchtet ein Kapitel deutscher Geschichte, dessen Ereignisse Autor Robert M. Edsel mit Bret Witter in seinem gleichnamigen Buch, das bereits in 19 Sprachen übersetzt und nun verfilmt wurde, aufgezeichnet hat.
Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Die Nationalsozialisten organisieren den „größten Diebstahl der Geschichte“ und lassen aus den besetzten Gebieten Europas mehr als fünf Millionen Kunstobjekte für das „Führermuseum“ ins Reich schaffen. Als die Alliierten in der Normandie landen, ist unter ihnen eine Sondereinheit: die „Monuments Men“. Ihr Auftrag ist es, bedeutende Kulturgüter vor der Zerstörung zu schützen, geraubte und verschollene Kunstwerke, wie Gemälde von Leonardo, Vermeer und Rembrandt sowie Skulpturen von Michelangelo, aufzuspüren. – Robert M. Edsel erzählt die atemberaubende Schatzsuche anhand von persönlichen Briefen und Tagebüchern der Schlüsselfiguren – bis zum dramatischen Showdown im Salzbergwerk von Altaussee.


Robert M. Edsel, Bret Witter
Monuments Men
Die Jagd nach Hitlers Raubkunst – Es war der größte Kunstraub der Geschichte
Aus dem Englischen von Hans Freundl
Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-43764-7
1. Auflage 2014, 560 Seiten, Taschenbuch, Format 11,8 x 18,7 cm.
Preis: € 9,99 (D) / € 10,30 (A) / sFr 14,90




Robert M. Edsel, Bret Witter
Monuments Men
Die Jagd nach Hitlers Raubkunst
Aus dem Englischen von Hans Freundl
Residenz Verlag, St. Pölten
ISBN 978-3-701-73304-0
1. Auflage 2014, 560 Seiten, Hardcover gebunden, Format 14 x 22 cm.
Preis: € 26,90 (D) / € 26,90 (A) / sFr 35,90



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Donnerstag, 17. Oktober 2013

Literaturtipp zum Kinostart von „Frau Ella“

Heute startet im Kino „Frau Ella“, der neue Film mit Matthias Schweighöfer, der den Film auch mit produziert hat. Diese Tragikkomödie basiert auf dem gleichnamigen Buch von Florian Beckerhoff.

Der 30-jährige Sascha ist wenig begeistert, als er nach einer Augen-OP kurzfristig sein Krankenzimmer mit einer schnarchenden Oma teilen muss: Frau Ella. Als die aber gegen ihren Willen operiert werden soll, bringt Sascha sie bei Nacht und Nebel in seine Wohnung. Saschas Freunde Klaus und Ute sind von dessen neuer Mitbewohnerin begeistert: Total schräg, so eine WG! Tatsächlich wird der lethargische Sascha die lebendige, aber einsame Frau Ella so schnell nicht wieder los. Klaus und Sascha nehmen sich der alten Dame an, kleiden sie neu ein, führen sie zum Essen aus und machen Ausflüge in die Sommerfrische. Alles läuft bestens – bis Saschas Freundin Lina braungebrannt aus Spanien zurückkehrt.
„Frau Ella“ ist ein humorvoller und warmherziger Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft.


Florian Beckerhoff
Frau Ella
Ullstein Verlag, Berlin
ISBN 978-3-548-28560-3
1. Auflage 2013, 320 Seiten, Taschenbuch.
Preis: € 8,95 (D) / € 9,20 (A) / sFr 12,50




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