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Donnerstag, 22. Mai 2014

Literaturtipp zum 90. Geburtstag von Charles Aznavour

Mit leiser Stimme
Mein Leben – ein Chanson

(sl). Auf ereignisreiche 90 Lebensjahre blickt heute der französische Schauspieler, Chansonnier, Komponist und Texter Charles Aznavour zurück. Bereits vor fünf Jahren legte er seine Autobiografie „Mit leiser Stimme. Mein Leben – ein Chanson“ vor.

Er ist ein Weltstar, die letzte Legende des französischen Chansons, ein gefeierter Jazzman. Nun, mit 85, tritt Charles Aznavour noch einmal vor sein Publikum: Mit dem berührenden Buch „Mit leiser Stimme. Mein Leben – ein Chanson“ voller Erinnerungen, mit Gedanken zur Musik und an die Glücks- und Schattenseiten einer beispielhaften Karriere.
„La Bohème“ und „Du lässt disch gehen" – das sind die Hits von Charles Aznavour, die ihn auch hierzulande berühmt gemacht haben. Der Chansonstar und Schauspieler, der auch als Jazzmusiker Furore gemacht hat, ist nun für ein neues Publikum zu entdecken. In seinem Bestseller erzählt er nicht chronologisch, dafür sehr lebendig und persönlich von den Ereignissen, die ihn prägten: von seinen Anfängen im kleinen Pariser Restaurant, wo seine Eltern für ihre armenischen Landsleute kochten und Musik machten. Von seiner mehrjährigen USA-Tournee mit Edith Piaf 1947, die ihm in Frankreich zum Durchbruch verhalf. Von seinen Künstlerfreundschaften mit Ray Charles, Liza Minnelli und vielen anderen Jazz- und Soulgrößen. Und nicht zuletzt von seiner Familie: Mit seiner ältesten Tochter hat er kürzlich armenische Volkslieder eingespielt. Dieses lebendig erzählte Erinnerungsbuch zeugt von der ungebrochenen Energie einer leidenschaftlichen Künstlerseele.


Charles Aznavour
Mit leiser Stimme
Mein Leben – ein Chanson
Aus dem Französischen übersetzt von Sabine Schwenk
Graf im Ullstein Verlag, Berlin
ISBN 978-3-86220-008-5
1. Auflage, 224 Seiten, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag, Format 21 x 13,2 cm.
Preis: € 18.- (D) / € 18,50 (A) / sFr 24,90



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Mittwoch, 12. Februar 2014

Literaturtipp zum Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten

(sl). Der „Red Hand Day“, der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten, wird heute, am 12. Februar 2014, weltweit begangen. An diesem Gedenktag soll die Aufmerksamkeit auf das Schicksal tausender Kinder gelenkt werden, die zum Kampfeinsatz in Kriegen und bewaffneten Konflikten gezwungen werden, was ein besonders schwerer Fall des Kindesmissbrauchs darstellt.
Als der Krieg zu ihm kam, lebte Ishmael Beah in einem kleinen Dorf in Sierra Leone. Nun erzählt er in „Rückkehr ins Leben – Ich war Kindersoldat“ wie dieser Bürgerkrieg ihn in nur wenigen Stunden um seine Kindheit gebracht hat. Eine ergreifende Autobiografie, die symbolisch für alle Bürgerkriege dieser Welt steht und das damit verbundene Elend insbesondere für die Kinder deutlich macht.


Rückkehr ins Leben
Ich war Kindersoldat

(mkb). Man nennt es das „blutige Afrika“: Reportagen über Somalia, Uganda, Tschad und auch Sierra Leone bestürzen wiederholt die vergleichsweise heile Welt Europas. Die Berichte erzählen von Kriegen, die jährlich Tausenden den Tod und Elend bringen, Kinder von Eltern trennen, und eine Fluchtwelle in Bewegung setzen, die über weite Teile Afrikas rollt. Auch häufen sich Artikel, in denen über Kindersoldaten berichtet wird – und die Autobiografie von Ishmael Beah „Rückkehr ins Leben – Ich war Kindersoldat“ macht deutlich, dass sie alle nur ansatzweise wiedergeben können, was für Auswüchse ein Bürgerkrieg annehmen kann.

„Als ich das erste Mal mit dem Krieg in Berührung kam, war ich zwölf Jahre alt.“ Wenn überhaupt, begegnen wir im Westen dem Krieg in den Schlagzeilen, blättern nicht selten erschrocken weiter, weil wir die hässlichen Details aus der kriegerischen Front nicht ertragen können. Der zwölfjährige Ishmael Beah wurde in einem Dorf in Sierra Leone geboren, zitierte leidenschaftlich Shakespeare, tanzte mit seinen Freunden HipHop, kickte Fußball und konnte nicht wegschauen, als der Krieg eines Tages zu ihm kam.

Am Anfang des Buches, aus dem Englischen von Conny Lösch übersetzt, steht jedoch nicht der Krieg, sondern der Alltag eines ganz normalen Teenagers mit Ängsten und Träumen; einem Teenager, der sich kaum von den anderen Teenagern dieser Welt unterscheidet. Seine größte Sorge ist, ob seine Familie bald wieder seinen Schulbesuch finanzieren kann, und er wünscht sich, dass seine Eltern wieder zusammenfinden. Probleme, die bald nebensächlich werden. In nur wenigen Stunden bringen ihm in sein Dorf einfallende Rebellen das Fürchten bei, und als er schließlich miterleben muss, wie seine ganze Familie ermordet wird, bricht gleichzeitig seine Welt zusammen. Nach einer langen Flucht sucht er in einem Regierungscamp Schutz vor den Rebellen und wird schließlich als Kindersoldat an die Front geschickt.

Über 100 Seiten lang nimmt sich der Autor Zeit, bevor er von seinem Dasein als Kindersoldat erzählt – und ab dann prasseln schreckliche Einzelheiten auf den Leser ein. Statt Spielsachen und Schulbücher werden die Kinder mit Schusswaffen ausgestattet, statt Märchen schauen sie Rambofilme, müssen bei Exekutionen zuschauen, bis sie abgestumpft sind und an die Front geschickt werden können. Nach und nach verlöscht alles Kindliche in den Jungen und ihr verspieltes Denken ist von hässlichen Parolen aggressiv gewaschen worden, ein Bewusstsein aufgrund der an sie verabreichten Drogen kaum mehr vorhanden. Ishmael Beah erzählt davon wie er im Kommandanten die Vaterfigur gesucht, in den Mitkämpfern seine Geschwister gesehen und das Gefüge seiner Truppe die Familie ersetzt hat; er erzählt von allen Kindersoldaten dieser Welt, die das Kriegsgemetzel mit Geborgenheit verwechseln.

Der selbstlose Einsatz der „Unicef“ hat Ishmael und vielen anderen ein neues Leben geschenkt, in dem sie keine Drogen mehr brauchen, um emotional überleben zu können. Auch wenn Ishmael nie mehr unbeschwert Kind sein kann und sich mit einem neu geweckten Bewusstsein den eigenen Gräueltaten stellen muss, so kann er wenigstens wieder Träume aufgreifen und friedlich auf jene zustreben – und einer seiner Träume ist es, dass die Welt lernt zu vergeben, damit das Morden endlich ein Ende findet.

„Rückkehr ins Leben“ ist eine ergreifende Biografie, die symbolisch für alle Bürgerkriege dieser Welt steht und das damit verbundene Elend für die Kinder deutlich macht. Ein wichtiges Buch, das demonstriert, dass ein Krieg nie als Mittel zum Durchsetzen der eigenen Interessen eingesetzt werden sollte und auch im übertragenen Sinn die Waffenindustrie und ihre Mittelsmänner ins Rampenlicht rückt, die an jeder Explosion und an jedem todbringenden Schuss skrupellos mitverdienen.

© Michèle Kirner-Bernoulli von Literaturtipp.com


Ishmael Beah
Rückkehr ins Leben
Ich war Kindersoldat
Aus dem Englischen von Conny Lösch
Piper Verlag, München
ISBN 978-3-492-25230-0
1. Auflage 2008, 276 Seiten, Taschenbuch.
Unverbindliche Preisangabe: € 9,95 (D) / € 10,30 (A) / sFr 14,90



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Samstag, 1. Februar 2014

Literaturtipp zum Tod von Maximilian Schell

Ich fliege über dunkle Täler
Erinnerungen von Maximilian Schell

(sl). Maximilian Schell ist heute, am 1. Februar 2014, in Innsbruck an den Folgen einer Lungenentzündung im Alter von 83 Jahren verstorben. Der Sohn des Schweizer Schriftstellers Hermann Ferdinand Schell und der österreichischen Schauspielerin Noé von Nordberg wurde am 8. Dezember 1930 in Wien geboren. Schon mit Anfang 20 arbeitete er als Schauspieler, Regisseur und Dramaturg, später spielte er in zahlreichen Hollywood-Filmen mit. Für seine Rolle als Kriegsverbrecher-Anwalt in dem Film „Das Urteil von Nürnberg“ wurde Maximilian Schell mit dem Oscar® ausgezeichnet. Wer mehr über das Leben des beeindruckenden Künstlers lesen möchte, dem sei seine 2012 erschienene Autobiografie „Ich fliege über dunkle Täler“ empfohlen.

„Als Junge hatte ich immer den Traum, dass ich verfolgt werde und renne und renne – immer höher und höher hinauf. Schließlich stehe ich auf einem Balkon oder Bergvorsprung und realisiere: Ich kann jetzt nicht mehr weiter. Und plötzlich fällt mir ein: Ich kann ja fliegen. Ja – natürlich! Ich schwinge mich von der Brüstung ins Bodenlose. Fliege über dunkle Täler. Ich bin frei. Niemand kann mich einsperren. – Ein oft wiederkehrender Traum.“ – Maximilian Schell erzählt erstmals in einem Buch „Ich fliege über dunkle Täler“ Privates wie Berufliches aus allen Phasen seines Lebens, ehrlich, spannend und sprachgewaltig. Von seiner Kindheit in Wien und in einer abgelegenen Alm in Kärnten. Von der Flucht der Familie vor den Nazis und dem Schweizer Exil. Von bitteren Jahren als Kind im Waisenhaus. Von den Erfahrungen als junger Schauspieler in Zürich und im tristen Nachkriegsdeutschland. Vom internationalen Durchbruch. Von den Dreh- und Theaterarbeiten mit Marlon Brando, Judy Garland oder Gustaf Gründgens. Von seinen Begegnungen mit Marlene Dietrich, Orson Welles oder Spencer Tracy. Von seiner Freundschaft mit Friedrich Dürrenmatt, seinem Engagement für Michael Jackson und viele andere Episoden. Das Leben eines großen Künstlers, der als erster deutschsprachiger Schauspieler nach dem Zweiten Weltkrieg einen Oscar gewann und doch von sich sagt: „Ich bin kein Erfolgsmensch. Ich bin Student. Das bleibt auch so.“


Maximilian Schell
Ich fliege über dunkle Täler
Erinnerungen
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg
ISBN 978-3-455-50178-0
1. Auflage 2012, 320 Seiten, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag, Format 24 x 16 cm.
Preis: € 24,99 (D) / € 25,60 (A) / sFr 41,50



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