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Montag, 23. November 2015

Rezension zu „Spuren der Zeit – Verlassene Orte 2016“

Spuren der Zeit – Verlassene Orte 2016
Sagenhaft schöne Impressionen verschiedener Fotokünstler wider dem Vergessen

(sl). Stellen Sie sich vor, Sie entdecken auf einem Spaziergang ein leerstehendes Gebäude und haben die Möglichkeit, es zu betreten. Im Inneren eröffnet sich Ihnen eine andere Welt – eine Welt voller Schönheit und Vergänglichkeit. Ähnlich muss es auch den verschiedenen Fotografen ergangen sein, die mit ihren Bildern in dem abwechslungsreichen Kalender „Spuren der Zeit – Verlassene Orte 2016“ vertreten sind. So entstand eine Mischung, die ihresgleichen sucht, denn jeder Künstler setzt die verlassenen Orte in einem anderen Blickwinkel und in verschiedenen Lichtstimmungen in Szene.

Immer noch einladende Hauseingänge mit mehrflügeligen Eingangstüren und imposante mit Säulen verzierte Treppenhäuser; eine leerstehende Sporthalle, in der noch das Bild eines
Gewichthebers an der Wand zu erkennen ist und ein Schwimmbad mit Galerie, in dem das Wasser gerade erst abgelassen zu sein scheint; ein Theatersaal, in dem noch der Bühnenvorhang hängt und eine entweihte Kirche mit Altar – überall hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen: Putz und Farbe bröckeln von den Wänden und der Decke, Stuck ist abgebrochen und Holzdekorelemente sind abgefallen, Fenster sind zerbrochen und Fußböden sind uneben geworden – doch trotzdem sind diese Räume und Orte wunderschön. Der Betrachter wird neugierig, will die Geschichte der Häuser erfahren, doch leider bleiben die Schicksale der abgebildeten Gebäude und ihre Lage im Dunklen. Es gibt keinerlei Hinweise wo der zu sehende Raum sich befindet, wie lange er schon verlassen ist und wen er einst beherbergt hat – schade! Doch die einzigartige Schönheit der Fotos und die Vorstellung, dass die abgebildeten Immobilien so dem Vergessen entrissen wurden, trösten einen schnell.

Der Kalender „Spuren der Zeit – Verlassene Orte 2016“ ist ein großartiges Stück Architekturgeschichte und unvergängliche Fotokunst!

© Steffani Lehmann von Literaturtipp.com


Spuren der Zeit – Verlassene Orte 2016
DuMont Kalenderverlag, Köln
ISBN 978-3-8320-3224-1
13 Blätter mit Foliendeckblatt und Spiralbindung, Farbfotos, internationales Kalendarium, Format 58,4 x 48,5 cm.
Preis: € 29.-



© Copyright by: Redaktion Literaturtipp Butjadingen

Sonntag, 9. März 2014

Literaturtipp zum 90. Geburtstag von Peter Scholl-Latour

(sl). Deutschlands erfolgreichster Sachbuchautor feiert heute seinen 90. Geburtstag: Peter Scholl-Latour. Der Journalist und Publizist war lange als ARD-Korrespondent in Afrika und Indochina tätig, was ihn zum Schreiben seines wohl bekanntesten Buches veranlasste: „Der Tod im Reisfeld“. Peter Scholl-Latour gilt als Kenner der arabischen und islamischen Welt, muss sich aber auch immer mit Kritikern seiner Bücher auseinandersetzen, die ihm vorwerfen, alte Feindbilder aufrecht zu erhalten. Trotzdem haben seine Bücher immerhin eine Gesamtauflage von rund zehn Millionen erreicht.
Wir gratulieren nicht nur auf’s Herzlichste, sondern möchten den Anlass nutzen, um auf eines seiner hervorragenden und fundierten Bücher aufmerksam zu machen: „Die Welt aus den Fugen – Betrachtungen zu den Wirren der Gegenwart“.

Die Weltpolitik gleicht derzeit einem aufziehenden Gewittersturm. Ob in Schwarzafrika oder Lateinamerika, in Arabien oder im Mittleren Osten – überall braut sich Unheilvolles zusammen. Und auch der Westen – Europa und die USA –, einst Hort der Stabilität, wird von Krisen heimgesucht wie seit langem nicht. Peter Scholl-Latour, Spezialist für turbulente Großwetterlagen, kennt die Welt wie kein Zweiter. Vor dem Hintergrund seiner sechzigjährigen Erfahrung als Chronist des Weltgeschehens beleuchtet er in seinem neuen Buch die Brennpunkte der aktuellen Weltpolitik.
Der Abzug der USA aus dem Irak und Afghanistan hinterlässt zerrüttete Staaten, die in Bürgerkriegen versinken. Der Konflikt um Irans Atompolitik spitzt sich gefährlich zu. Pakistan ist ein Pulverfass. Die arabische Welt befindet sich in Aufruhr, mit ungewissem Ausgang. Die Zahl der „failed states“, Brutstätten des Terrorismus, nimmt beständig zu, vor allem in Afrika. Zu allem Überfluss stolpern Europa und Amerika von einer Finanzkrise in die nächste und erweisen sich international zunehmend als handlungsunfähig. Mit dem ihm eigenen Gespür für weltpolitische Umbrüche begibt sich Peter Scholl-Latour auf eine Tour d’Horizon rund um den Globus und schildert eine Welt aus den Fugen.


Peter Scholl-Latour
Die Welt aus den Fugen
Betrachtungen zu den Wirren der Gegenwart
Ullstein Taschenbuch Verlag, Berlin
ISBN 978-3-548-37527-4
1. Auflage 2013, 400 Seiten, Taschenbuch, Format 18,8 x 12 cm.
Preis: € 12,99 (D) / € 13,40 (A) / sFr 18,50



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Dienstag, 7. Januar 2014

Literaturtipp zum 25. Thronjubiläum des japanischen Kaisers Akihito

(sl). Heute feiert der japanische Kaiser Akihito den 25. Jahrestag seiner Besteigung des Chrysanthementhrons. Gleichzeitig ist dieser Tag aber auch der 25. Todestag seines Vaters und Kaisers Hirohito. Wer sich für das moderne japanische Kaisertum interessiert, dem sei dieses Buch empfohlen: „Der Tennō“ von Ernst Lokowandt.

Der Tennō hat die höchste Autorität im Lande, aber keine Macht. Er ist heute noch der Inhaber der drei Throninsignien, die auf mythische Ursprünge zurückgehen und die dem Enkel der Sonnengöttin bei seinem Herabstieg auf die Erde mitgegeben wurden. Der Kaiser führt heute noch, als oberster Priester des Reiches, Zeremonien durch, an denen die Spitzen des Staates teilnehmen – trotz Trennung von Staat und Religion. Der Tennō ist heute noch bei Handlungen zu sehen, bei denen er das Priestergewand trägt, das in der Heian-Zeit (794 – 1185) entwickelt wurde. All dies bedarf einer Erklärung, die Autor und Japanologe Ernst Lokowandt in seinem Buch „Der Tennō“ kompetent ausführt. Der Schwerpunkt der Ausführungen liegt in der Meiji-Zeit (1868 – 1912), der inhaltliche Schwerpunkt sind der heutige Tennō und die Grundzüge des modernen Kaisertums.


Ernst Lokowandt
Der Tennō
Grundlagen des modernen japanischen Kaisertums
Iudicium Verlag, München
ISBN 978-3-86205-136-6
1. Auflage 2012, 164 Seiten, Broschur.
Preis: € 15.- (D) / € k. A. (A) / sFr k. A.



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